19 December 2023

Europäische Kommission vergibt Innovationsfonds für gemeinsames Grüner-Wasserstoff-Projekt von VERBUND und LAT Nitrogen „Green Ammonia Linz“

Grüner Wasserstoff ist der Schlüssel zur Dekarbonisierung industrieller Produkte und Prozesse. Die VERBUND AG hat gemeinsam mit dem Projektpartner LAT Nitrogen ein Dekarbonisierungsprojekt - Green Ammonia Linz - initiiert, das grünen Wasserstoff für die großtechnische Produktion von Düngemitteln, Melamin und technischem Stickstoff am LAT Nitrogen-Standort in Linz einsetzt und damit den Europäischen Green Deal und die Österreichische Wasserstoffstrategie unterstützt.

Das Projekt Green Ammonia Linz wurde zusammen mit 36 anderen Projekten von der Exekutivagentur der Europäischen Kommission für Klima, Infrastruktur und Umwelt (CINEA) ausgewählt, um finanzielle Unterstützung aus dem dritten Aufruf des Innovationsfonds für Großprojekte zu erhalten. Mit diesen Projekten investiert die EU 3,45 Mrd. EUR, um innovative Technologien in den Bereichen energieintensive Industrien, Wasserstoff, erneuerbare Energien und die Herstellung von Komponenten für die Energiespeicherung und erneuerbare Energien auf den Markt zu bringen. Der Zuschuss in Höhe von 48,5 Mio. EUR für das Projekt Green Ammonia Linz zeigt die Relevanz des Projekts im Hinblick auf die Dekarbonisierung der "hard-to-abate" Sektoren. Derzeit basiert die Ammoniakproduktion auf grauem Wasserstoff, wobei Erdgas als Inputfaktor verwendet wird. Durch den Ersatz von grauem durch grünen Wasserstoff, der mit erneuerbarem Strom erzeugt wird, können erhebliche Mengen an CO2 eingespart werden.

Ein Hauptelement des gemeinsamen Projekts ist die Produktion von grünem Wasserstoff in einer von der VERBUND AG entwickelten Elektrolyseanlage (60 MW) im industriellen Maßstab, die mit Strom aus erneuerbaren Quellen und entionisiertem Wasser betrieben wird. Der erzeugte grüne Wasserstoff wird der Grundstoff für die nachhaltige Produktion von Düngemitteln, technischem Stickstoff und Melamin sein. Der in der Wasserelektrolyse gewonnene Sauerstoff wird direkt in weiteren Produktionsprozessen von LAT Nitrogen eingesetzt. Der Elektrolyseur wird auch Netzdienstleistungen für das Übertragungsnetz erbringen. 

Beide Unternehmen haben am 15. Dezember 2023 eine Finanzhilfevereinbarung mit CINEA unterzeichnet, um die Finanzierung zu erhalten und die Umsetzung dieses Projekts voranzutreiben. Die Elektrolyseanlage soll rund 10 % des derzeit verwendeten grauen Wasserstoffs durch grünen Wasserstoff ersetzen und die jährlichen CO2-Emissionen um bis zu 90.000 Tonnen reduzieren.

Hamead Ahrary, Geschäftsführer der VERBUND Green Hydrogen GmbH, freut sich über die Auswahl durch die Exekutivagentur der Europäischen Kommission für Klima, Infrastruktur und Umwelt (CINEA):

„Die Tatsache, dass der Innovationsfonds dieses Projekt aus mehr als 200 Einreichungen ausgewählt hat, unterstreicht seine europaweite Bedeutung. Dies ist ein besonders wichtiges Signal in der derzeitigen Übergangsphase der entstehenden Wasserstoffwirtschaft von Pilotprojekten zur industriellen Produktion. Der Aufbau lokaler Produktionsanlagen in Österreich muss rasch vorangetrieben werden, um den Anschluss an die globale Entwicklung der Branche nicht zu verlieren.“

Mit einer geplanten Elektrolysekapazität von 60 MW und einer geplanten Produktion von bis zu 7.000 Tonnen grünem Wasserstoff pro Jahr wäre dies das erste Projekt zur Produktion von grünem Wasserstoff und Ammoniak im industriellen Maßstab in Österreich. 

„Das Projekt ist ein weiterer Meilenstein in der kontinuierlichen Umsetzung der Wasserstoffstrategie und stärkt das Verständnis für unsere Rolle als Dekarbonisierungspartner der Industrie“, unterstreicht Hamead Ahrary die Pionierleistung.

„Die Sicherung dieser prestigeträchtigen Förderung unterstreicht die entscheidende Rolle von Spitzentechnologien zur Unterstützung der Energiewende in der Industrie und der Realisierung der industriellen Produktion von grünen Produkten“, sagt Leo Alders, CEO von LAT Nitrogen. „Das Projekt Green Ammonia Linz ist unser Beitrag zur Verankerung der Industrie in Österreich und Europa durch die Produktion von grünem Ammoniak mit erneuerbarer Energie und die Reduktion von Treibhausgasemissionen mit grünem Ammoniak. Dieses Projekt ist auch ein Beispiel für regionale Zusammenarbeit und Innovation. Wir begrüßen diese Finanzierung, da sie die erste Hürde in diesem komplexen Projekt darstellt, die nun überwunden wurde.  Es wird jedoch notwendig sein, weiterhin mit allen Beteiligten zusammenzuarbeiten, um den Rahmen für eine erfolgreiche Umsetzung zu schaffen“.


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