Der gedüngte Stickstoff geht zuerst immer in den Ertrag und dann ins Protein. Neben eines nicht zu späten Düngezeitpunktes (bei ausreichend Feuchtigkeit bis EC 49 abschließen - bei Trockenheit früher!) sollen ca. 8-10 kg N/ha pro Tonne erwartetem Ertrag zur Spätdüngung eingeplant werden. Bei Bedarf kann Schwefel jetzt noch ergänzt werden.
Grafik rechts zeigt das Durchschnittsergebnis unseres Weizendüngungsversuchs in Wieselburg aus den Jahren 2024 und 2025 mit Ertrag und Proteingehalt in Abhängigkeit der N-Strategie (N-Menge grün 1. Gabe, blau 2. Gabe, orange 3. Gabe). Auf dem Gesamt N-Niveau von 120 kg N/ha konnte mit der Aufteilung auf 3 Gaben der Proteingehalt verbessert werden im Vergleich zur 2-Gaben Strategie. Das Ertragsoptimum wurde bereits im Bereich 160 – 200 kg N/ha erreicht. Die richtige Düngestrategie entscheidet dabei über das erreichte Qualitätsziel. Nur mit 80 N zur Spätdüngung wurde auf dem Niveau von 160 kg N/ha gesamt Mahlweizen erzeugt, erst bei 200 kg N/ha konnte der Rohproteingehalt auf diesem hohen Ertragsniveau abgesichert werden. Mit den gesetzlichen Limits für die N-Düngung (195 kg N/ha bei einem Ertragsniveau über 9 t/ha) ist Mahlweizenproduktion somit gut möglich – mit negativer bis ausgeglichener Stickstoffbilanz.
Schwefel ist Bestandteil der Aminosäure Cystein, die im Speicherprotein Prolamin des Getreidekorns enthalten ist. Schwefel ist für das Verkleben des Teigs verantwortlich. Weniger Schwefel im Protein führt zu einem geringeren Backvolumen. Wurde der Schwefelbedarf des Weizens von 20-30 kg S/ha mit der ersten bzw. 2. Stickstoffgabe noch nicht abgedeckt, so kann die Spätdüngung immer noch mit einem schwefelhaltigen N-Dünger (DusLAS, DASA®) erfolgen. Versuche aus den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass sich eine Spätdüngung mit Stickstoff plus Schwefel positiv auf Ertrag und Proteingehalt auswirkt (Grafik rechts).
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