Die Entwicklung des Winterweizens im Jahr 2026 erfolgte unter herausfordernden Witterungsbedingungen. Besonders die Monate März und April waren von außergewöhnlich niedrigen Temperaturen sowie Trockenheit geprägt. Dadurch wurde die Stickstoffmineralisation im Boden eingeschränkt, sodass den Pflanzen zu Beginn der Vegetationsperiode nur wenig pflanzenverfügbarer Stickstoff zur Verfügung stand.
Die Ergebnisse der Winterweizenversuche 2026 verdeutlichen, dass unter trockenen Bedingungen eine höhere Stickstoffgabe zu Vegetationsbeginn positive Auswirkungen auf den Ertrag haben kann. Demgegenüber konnten höhere Proteingehalte durch eine verstärkte dritte Stickstoffgabe erzielt werden.
Besonders herausfordernd gestaltete sich die Bestandesführung von Winterweizen nach der Vorfrucht Körnermais. Die geringen Niederschläge während der Wintermonate sowie die anhaltend trockenen Bedingungen im Frühjahr verzögerten die Zersetzung des Maisstrohs deutlich. Die verzögerte Strohverrottung führte zu einer verstärkten Stickstoffimmobilisierung, wodurch dem Winterweizen weniger Stickstoff zur Verfügung stand.
Für Wintergetreide wird in der Praxis meist eine moderate Stickstoffgabe zu Vegetationsbeginn empfohlen. Ziel ist es, ausreichend Stickstoff für die nachfolgenden Gaben bereitzuhalten, um die Ertragsbildung in den entscheidenden Hauptwachstumsphasen gezielt unterstützen zu können.
Die Ergebnisse des Versuchsjahres 2026 zeigten jedoch, dass unter den gegebenen Bedingungen andere Strategien vorteilhaft sein können. Aufgrund der geringen Stickstoffnachlieferung aus dem Boden und der anhaltenden Trockenheit erwies sich eine stärker betonte erste Stickstoffgabe als vorteilhaft.
Unabhängig vom untersuchten Stickstoffniveau von 120, 160 oder 200 kg N/ha wurden höhere Kornerträge erzielt, wenn ein größerer Anteil des Stickstoffs bereits zu Beginn der Vegetationsperiode ausgebracht wurde. Die nachfolgende Grafik zeigt beispielhaft den Ertrags- und Proteinverlauf bei unterschiedlicher N-Mengenverteilung auf dem Niveau von 160 kg N/ha.
Gleichzeitig zeigte sich jedoch, dass die höchsten Proteingehalte bei Varianten mit einer stärkeren Spätdüngung erreicht wurden.
LAT Nitrogen Austria GmbH
St.-Peter-Straße 25
4021 Linz, Österreich