Mitte August ist auf vielen Grünlandstandorten das Ertragspotenzial noch nicht ausgeschöpft. Tageslänge und Temperaturen sind für einen guten Herbstaufwuchs grundsätzlich weiterhin günstig. Bei ausreichenden Niederschlägen kann sich ein vorhandener vierter Aufwuchs rasch entwickeln.
Auf stark ausgetrockneten Flächen steht zunächst die Regeneration der Bestände im Vordergrund. Dennoch sind regional bis Ende Oktober zusätzliche Erträge von 1 bis 3 t TM/ha möglich.
Grundsätzlich kann eine gezielte Stickstoffdüngung den vierten Aufwuchs fördern und bei ausreichender Wasserversorgung deutliche Mehrerträge ermöglichen.
Zunächst sollte abgeschätzt werden, wie viel rasch pflanzenverfügbarer Stickstoff bereits im System vorhanden ist. Entscheidend sind dabei die bisherige Düngung, die tatsächlich erzielten Erträge sowie mögliche Stickstoffverluste:
- Ein Teil des Stickstoffs ging durch Ammoniakverluste verloren.
- Ein Teil wurde vorübergehend mikrobiell gebunden.
- Auf sehr trockenen Böden war die Mineralisierung eingeschränkt.
- Umfang und Zeitpunkt künftiger Niederschläge beeinflussen maßgeblich, wie viel Stickstoff tatsächlich verfügbar wird.
Sind die verfügbaren Stickstoffmengen gering, kann eine Gabe von 40 bis 60 kg rasch wirksamem Stickstoff je Hektar (NAC 27 N: 150 – 220 kg/ha) wirtschaftlich sinnvoll sein, vorausgesetzt, es sind ausreichende Niederschläge zu erwarten.