• Bodentextur
    crop soil texture
    Mittelschwere Böden, keine Staunässe, keine Unterbodenverdichtungen
  • Mindesttemperatur
    crop temperature icon
    Wachstum ab 5, besser 8 °C
  • pH
    Zuckerrübe crop pH value
    Tolerant von schwachsauren bis leicht alkalischen Böden, optimal pH: 7,0
  • Wasserbedarf
    Zuckerrübe crop rainfall value
    Mind. 600 l/m²
  • Vernalisation
    Zuckerrübe crop vernalisation
    -
  • Saatstärke
    crop density
    9 – 12 Körner/m² in Einzelkornablage
  • Saattiefe
    crop seeding depth
    3 cm
Zuckerrübe
Zuckerrüben bevorzugen mittelschwere Braunerde- und Schwarzerdeböden mit entsprechender Nährstoffnachlieferung und Wasserspeicherkapazität. Sie kommen aber auch mit lehmigen Sandböden und leichteren Lössböden gut zu Recht, eine ausreichende Niederschlagsmenge oder Bewässerungsmöglichkeit ist jedoch von Bedeutung.

Ihre Pfahlwurzel darf beim Eindringen in den Boden keinen Widerstand spüren, stärkere Krumenverdichtungen führen zu einer „Beinigkeit“ und somit zu geringeren Rübengewichten. Für eine möglichst frühe Saat sollte eine rasche Bearbeitbarkeit und Befahrbarkeit der Flächen gewährleistet sein. Die sensible Kultur braucht unbedingt einen guten Garezustand des Bodens. Tieflockernde Zwischenfrüchte und Vorfrüchte ohne garebelastende Kulturführung und Erntearbeiten sind wichtig.

Schlüsselfaktoren
  • Zuckerrüben-Düngung in einer Gabe
  • Ausreichende Kaliversorgung sicherstellen
  • Stickstoff an das Ertragsniveau anpassen
  • Bordüngung in Zuckerrübe nicht vergessen!
Allgemeine Informationen
Allgemeine Informationen
Nährstoffbedarf
Nährstoffbedarf
Düngung
Düngung
Zuckerrüben werden vorrangig als Rohstoff zur Zuckerherstellung angebaut. In kleinem Stil werden Zuckerrüben aber auch in der Ethanolverarbeitung verwertet. In einigen Biogasanlagen finden die energiereichen Zuckerrüben auch als Biogas-Sustrat Verwendung. Der Anbau erfolgt im Normalfall als Einzelkornsaat auf 45 – 50 cm Reihenabstand. Die meist 9 – 12 Körner pro m² bilden einen vollwertigen Bestand. Mittlerweile werden auch Hybridsorten verwendet. 

Bei Zuckerrüben liegt der erste Fokus im Aufgang der Pflanzen. Einerseits beeinflussen Bodenstruktur, Verschlämmung und Verkrustung den Aufgang, andererseits können Erdflöhe und andere Fraßschädlinge wie Eulenraupen die Pflanzenbestände dezimieren. Fehlende Saatgutbeizen sind durch einen entsprechenden Insektizideinsatz abzufangen. Durch den frühen Anbau ist ein Spätfrostrisiko um den Zeitpunkt des Auflaufens vorhanden.

Mit der Saat beginnt die komplexe Unkrautbekämpfung in der Zuckerrübe. Die Herbizidanwendung ist durch die langsame Jugendentwicklung besonders relevant. In späteren Stadien ist der üppige Blattapparat ein wichtiges Ausgleichsorgan, das es mit Zuckerrübenfungiziden gesund zu erhalten gilt. Besonders die Behandlung von Cercospora entscheidet über vitale und ertragreiche Bestände bis zur Ernte.

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Die Düngung im Zuckerrübenanbau
Wie alle Hackfrüchte braucht die Zuckerrübe neben Stickstoff (N-Düngung) auch hohe P- und K-Mengen. Insbesondere bei Kali können die Entzugsmengen bei hohen Errägen mehrere hundert kg/ha erreichen. Die N-Düngung in der Zuckerrübe muss unbedingt an die Ertragslage angepasst werden. Bei einem erwarteten Zuckerrübenertrag von 70 t/ha entspricht das ca. 100 kg N/ha. Bei 90 t/ha sind 120 – 130 kg N/ha nötig. Zu hohe Stickstoffgaben erhöhen den Alpha-Amino-N-Gehalt in der Rübe, was den Zuckergehalt senkt und damit die Erlöse schmälert! Auch Kali hat Einfluss auf den Alpha-Amino-N-Gehalt. Eine zu geringe Kaliumversorgung bewirkt eine mangelnde Verstoffwechselung des gedüngten Stickstoffs. Die Zuckerrübe braucht Kalium außerdem für die Wasserhaushaltsregulierung (Spaltöffnungen), die Kohlenhydratsynthese und die Assimilatumlagerung in Blatt und Rübe. Kali kann auf schweren, nicht auswaschungsgefährdeten Böden bereits im Herbst gedüngt werden. Eine NPK-Düngung vor dem Anbau (bei Bedarf plus Einzelkali) ist noch zielführender, da hier auch gleich die Phosphat- und Begleitnährstoffmengen abgedeckt werden. Besonders schwere Tonböden brauchen große Kalimengen, die Düngegaben erhöhen nicht im vollen Ausmaß die Verfügbarkeit. Zuckerrüben brauchen außerdem ausreichend Magnesium für eine gute N-Effizienz. Magnesium ist als Bestandteil des Chlorophylls auch wesentlich für eine effiziente Photosynthese bis zur Ernte relevant. Unter den Spurenelementen ist Bor von besonderer Bedeutung. Es kann bei jeder Pflanzenschutz-Überfahrt eine Bordüngung in kleinen Dosen (400 g/ha), aber auch kleine Mengen an wasserlöslichen Nährsalzen und anderen Spurenelementen wie Mangan als Blattdünger mitgenommen werden. Insgesamt liegt der Düngebedarf bei ca. 2 kg Bor/ha. Bereits in der Jugendentwicklung können borhaltige Mehrnährstoffdünger als auch borhaltige Blattdünger verwendet werden.
Bedarf und Entzugsmengen Zuckerrüben

Element

Aufnahme

(Einheit/t der Produktion)

Entzug

(Einheit/t der Produktion)

Sensitivität auf Mangel

N

2.6

1.2

Sehr empfindlich

P2O5

0.9

0.6

Sehr empfindlich

K2O

4.3

2

Sehr empfindlich

MgO

0.6

0.4

Empfindlich

SO3

0.4

0.2

Empfindlich

TE

Bor: Boden- und Blattdüngung 1.5-2kg/ha

Die Tabelle zeigt die Aufnahme und den Entzug je Tonne -Rübenertrag. Demnach brauchen Zuckerrüben hauptsächlich Stickstoff, Phosphor und Kalium. Der wirklich große Bedarf liegt aber bei Kalium. Schwefel, Magnesium und Bor, eventuell auch Mangan müssen in entsprechenden Mengen vorhanden sein. Beispiel: Ein Rübenertrag von 70 t/ha nimmt 182 kg N/ha auf. Nimmt man eine gewisse Menge an N-Nachlieferung aus dem Boden (z.B. 50 kg N/ha) und 30 kg N/ha aus der leguminosenbetonten Zwischenfrucht an, würde man noch 102 kg N/ha mittels Dünger zuführen. Über die Erntemengen werden 84 kg N/ha vom Feld weggebracht.
ZEITPUNKT DER DÜNGUNG IN ZUCKERRÜBEN
Zuckerrüben zeigen den Nährstoffbedarf über die gesamte Vegetationsphase. Dennoch wird ein Großteil der Düngung zum Zuckerrübenanbau gegeben, denn die Nährstoffaufnahme eilt im Juni und Juli dem Bedarf zum Teil weit voraus. Später werden die bereits aufgenommenen Nährstoffmengen nur mehr in der Pflanze umgelagert oder für die Wasseraufnahme und -regulierung verwendet. Eine gute Kalidüngung zu diesem Zeitpunkt ist besonders von Bedeutung. 

Gesamte Düngung vor dem Anbau
Grundsätzlich kann die Gesamtstickstoffmenge auf schweren Böden vor dem Anbau ausgebracht werden. Der große Nährstoffbedarf liegt in der ersten Wachstumsphase, daher ist eine Gabenteilung nicht nötig. Auch Phosphat- und Kalidünger werden entweder direkt zum Anbau oder eventuell schon im Herbst oder zeitigen Frühjahr ausgebracht. Die Ausbringung eines NPK-Volldüngers hat sich hier immer bewährt. Nur bei überdurchschnittlich hohen N-Gaben über 100 kg bzw. auf leichteren, auswaschungsgefährdeten Böden, muss eine N-Gabensplittung erfolgen. Dazu werden ca. 40 kg vom Gesamtdüngebedarf erst im 4-Blattstdium im Form von schnellwirksamen Stickstoffdüngern gegeben.

Da Zuckerrüben recht sensibel auf eine nicht intakte Bodenstruktur und auf Versauerung reagieren, ist eine Kalkung empfehlenswert. Die Kalkung als Bodenvorbereitung sollte ebenfalls im Herbst oder zeitigen Frühjahr erfolgen. Mengenmäßig orientiert man sich an 1 000 kg CaO/ha. Mengen von 1 500 kg CaO/ha – am besten als kohlensaurer Kalk, um kein Bor festzulegen, sollten aber nicht überschritten werden.
Eine Bordüngung wird in der Zuckerrübe meist als Blattdüngung in kleinen Dosen gegeben.
Im Frühjahr wird Schwefel über NPK+S, Kalisulfat oder Magnesiumsulfat ausgebracht.

Die Ertragsparameter der Zuckerrübe
Anzahl Pflanzen/m²
Einzel-Rübengewicht
Polarisation (Zuckergehalt)

Die Ertragsbildung entsteht durch optimale Verteilung der ca. 9 Pflanzen je m² und einem entsprechend kräftigen gesunden Rübenkörper und dessen Blattmasse. Dafür ist die Stickstoffversorgung mit 100 kg N/ha meist ausreichend, um unerwünschten N-Gehalt und damit sinkende Zuckergehalte zu vermeiden. 
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Erste Applikation

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Zweite Applikation

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Erste Applikation

Einmalgabe des gesamten Nährstoffbedarfs: Die Zuckerrübe braucht ihre Nährstoffe geballt zu Beginn der Entwicklung. Bis auf eine Vorratsdüngung mit Kalium im Herbst oder die bodenvorbereitende Kalkgabe wird die gesamte Grunddüngung zum Anbau der Zuckerrübe im Frühjahr ausgebracht. Stickstoffmengen, die 90 – 100 kg N/ha übersteigen sollten vor allem auf seichtgründigen Böden geteilt werden.


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Zweite Applikation

Zweite Stickstoffgabe nur bei hohem Düngebedarf im 4-Blattstadium: Bei sehr hohem N-Bedarf in der Zuckerrübe erfolgt die zweite Gabe als schnelllöslicher Stickstoffdünger in der Höhe von 40 kg N/ha im 4-Blatt-Stadium.


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